Irgendwie

Es gibt ja so Momente, da ist es unglaublich schwer, sich für andere Menschen zu freuen. Ich bin bestrebt das im Regelfall trotzdem zu tun. Eben ruft mich eine Freundin an, um mir mitzuteilen, dass sie mal eben einen sagenhaften Job bekommen hat. Aber leider kann sie nun keine Promotion angehen - und es wird auch etwas stressig bis zum Antritt des Jobs. Ja, also was soll ich sagen - mein letztes Gespräch war auch super. Noch zwei Kandidaten und dann wird die andere Person genommen, weil sie zwar nicht so toll war, aber ein Netzwerk in der Stadt anzubieten hat. Das war so ein schwerer Moment. Aber ich hab ihr trotzdem viel Erfolg gewünscht und hoffe für sie, dass sie in dem Job glücklich wird.

Manchmal  ist das Leben ein Beatlesong vom White Album….

Schwergewicht

Es gibt Wege, die sind schwerer als andere. Manche Menschen meinen ja, das Leben so an sich sei so ein Weg. Stimmt aber nicht. Das Leben hat genügend schöne Seiten. Das Problem an den schweren Wegen ist, dass sie immer schwerer werden. In meinem Fall - ich habe morgen so einen Weg vor mir - ist die Schwierigkeit, dass sie meine Sonnenseiten überschattet. Gehen muss man den Weg - egal, wie schwer er ist. Er löst aber das Problem nicht - er ist quasi wie eine Nährmittellösung, die einen nur am Leben erhält, aber mit dem Krankheitsbild nichts zu tun hat.

Ich würde gern alles sonnig malen  - vor allem das Leben mit frau_mike. Derzeit macht sie das fast exklusiv. Ich hoffe, ich kann das irgendwann mal wieder gut machen.

Distaste

Ich habe keine Ahnung, ob das Wort so geschrieben wird. Ich habe auch keine Ahnung, ob es das meint, was ich sagen will, aber ich finde es ist beinahe onomatopoetisch. Das Wort kommt mir immer in den Sinn, wenn andere Leute die Lippen kräuseln und die Mundwinkel nach unten ziehen. Gerade geht es mir wieder so. Ich meine es könnte mir ja egal sein, für mich ist das ja nicht so bedeutend. Es ist mir jedoch nicht egal - ich bin da etwas befindlich. Ich will mein Eichenlaub - und ich will es bald. Mir doch egal, ob der General zu schusselig ist, seine Aufgaben wahrzunehmen - oder ob es ihm egal ist.

Eine Lanze möchte ich aber brechen - die S1-Abteilung ist wirklich gut.

Besiegt

Dem Rat der Nessy folgend habe ich mich heute - ganz in Anlehnung an die Regierung - mal aufgemacht, um … anzufangen. Der innere Schweinehund hatte aber irgendwie recht, wenn er mir die ganze Zeit zugeflüstert hat: “Lohnt doch nicht.”; “Dir geht eh gleich die Puste aus.”; “Iss lieber noch eine Tafel Kinder Schokoriegel.” Naja, wie dem auch sei sind nun 4,5 Kilometer zurückgelegt - mit kleinen Gehpausen - und ich frage mich, wie man an eine intelligente Schöpfung glauben kann, wenn doch Joggen nicht wie Rauchen ist, wo nur das Aufhören schwierig ist.

Als Amerikaner und Kreationist würde ich Gott verklagen….

Mentale Täuschung

Viele Dinge, die man so in seinem Kopf zusammenbastelt, sehen dabei recht umfangreich und schlüssig aus. Wenn man dann versucht sie zu Papier zu bringen - respektive in die Textverarbeitung zu hacken - entpuppen sie sich so zur Gänze kurz, unübersichtlich, unausgegoren und alles in Allem viel dümmer, als man das vorher so gedacht hat. Passiert mir irgendwie immer wieder und doch ist das Erstaunen stets zugegen, wenn ich mich daran mache, die Gedanken zu bannen.

On a sidenote: Auf Antworten zu warten finde ich mittlerweile zum erbrechen. Auch wenn man weiß, was drin steht. Gewissheit ist wohl doch wichtiger, als man so gemeinhin denkt.

Lernbereitschaft

Historiker geben ja gern mit dem Spruch an, dass die Geschichte nicht lehrt, was man machen soll, sondern eher was man auf jeden Fall lassen soll, weil es schonmal schief gegangen ist. Ferner sind Historiker in der Lage Ereignisse, die lange zurück liegen, treffsicher zu analysieren und zum Beispiel politische Lügen ohne Gefahr durch den analysierten Politiker, respektive seine Anwälte oder “Vertreter” zu später Stunde “besucht” zu werden, als solche zu zeigen.

So geschehen ist dies im Falle von Sulpicius Galba Maximu, dem römischen Konsul des Jahres 200 v.Chr. Dieser hatte die Erfahrung gemacht, dass man Ruhm und Reichtum ganz gut durch Krieg erringen konnte - doof nur, dass der Zweite Punische Krieg gerade rum war und man sich eben daran gemacht hatte die langweilige Aufgabe des Friedens zu bearbeiten. Der findige Politiker erfindet einfach ein neues Engagement in Form eines Präventivskrieges. Das Volk von Rom - vor allem die Gläubiger der Römischen Republik - sahen die Notwendigkeit nicht sogleich. Der Konsul, total erstaunt, weswegen man ihm seinen Krieg nicht gönnte, versammelte nun die Menschen und erklärte ihnen:

“Ihr scheint mir nicht zu wissen, Bürger, dass ihr nicht darüber befragt werdet, ob ihr Frieden oder Krieg haben wollt, sondern ob ihr die Legionen nach Makedonien übersetzt oder die Feinde nach Italien holt. Welchen Unterschied dies macht, habt ihr, wenn sonst nie, so gewiss im letzten Krieg erfahren.”(Liv. 31,6)

Guter Schachzug - die Bürger fanden den Krieg dann doch ok und am Ende besiegte man Makedonien. Ruhm, Ehre, Reichtum und neue Grenzen waren das Ergebnis.

In einer total anderen Sache las ich kürzlich einen Kommentar zum Afghanistankrieg von Ruben Navarette.  Die Amerikaner sind sich ja nie so recht klar darüber, wo gerade die Soldatenstiefel das Internationale Recht durch….treten, was auch daran liegen könnte, dass es ausserhalb ihres perzeptiven Universums - sprich The USofA - liegt. Jenseits der Grenzen sind ja nur Unkultur und Stolpersteine in Form von Besteck und Moral. Worauf ich hinaus will ist:

It’s time to grow up and confront an unpleasant reality, folks. The world changed on September 11, 2001, and it’s not a question of “if” another attack comes but “when.” Retreat isn’t an option. Nor is surrender. And nor is a kind of wistful isolationism where U.S. troops pack up their gear and come home, where bygones will be bygones and where al Qaeda won’t follow. We can fight this battle on the streets of Kabul or in Kansas City.”

Die römische Episode ist quasi als politischer Vorwand in der Literatur zu finden. Quasi das Volk dazu bringen, einen Krieg zu führen, den es nicht will, um ein Ziel zu erreichen, dass keiner so recht versteht.

Herr Navarette ist sicher kein Livius…aber sonst….

Psyience

Es gibt ja Leute, die studieren Psychologie. Die Psychologie soll, wenn man dem Hive glauben schenkt, “…das Erleben und Verhalten des Menschen…” beschreiben und erklären. Irgendwie glaube ich den ersten Teil unbesehen. Ok, nicht unbesehen. Im Rahmen meiner doch recht langen Zeit des studierens habe ich mich zwischen zwei richtigen Vorlesungen in die Einführungsvorlesung der Psychologen gesetzt und dem gelauscht, was Psychologen mal gehört haben sollten…..ok, 90% waren Frauen und im ersten Semester sehen die auch noch so aus…..

…was ich aus dieser Vorlesung und einigen anderen Zusammentreffen mit Psychologiestudenten mitgenommen habe ist, dass die Psychologie einem empirischen Anteil hat - wenn A, dann ist es wahrscheinlich, dass B - und dass sie eine deskriptive Wissenschaft ist. Alles andere, was mit Psychologie zu tun hat, kommt mir vertraut vor….aus dem klerikalen Umfeld.

Ich habe weniger Bedenken, Theologie eine Wissenschaft zu nennen, als Psychologie. Irgendwie scheint mir Psychologie in etwa so wissenschaftlich wie Bauernregeln - allerdings ist Psychologie etwas unterhaltsamer….

Tauschen

Gestern waren Frau Mike und ich im Kino - ja, es war Public Enemies und wir sind da beide wegen dem Depp rein. Da muss man sich nicht für schämen, der Typ ist einfach schön und kann was. Der Film, so ganz nebenbei, war völlig anders als erwartet und grandios in Szene gesetzt. Ungewöhnlich aber gut.

Nun aber zum eigentlichen Thema: Wir haben auf dem Weg zum Kino - das Artis International in Wien, sehr empfehlenswert - ein Pärchen gesehen. Sie mögen so zwischen 13 und 14 gewesen sein. Sie Lady Gaga Style mit Kate Moss Figur und er der Typ Shia LaBeouf in Blond. Die Frage, die sich mir stellte, als ich den Umgang der beiden miteinander sah war, ob die es heute besser haben. Sicher, das erste Händchen halten ist immernoch so eine Sache oder die alte Masche sich zu strecken und dann den Arm um sie zu legen. Aber mal so langfristig…prickelt das noch, das erste mal ein Mädchen auszuziehen - nach allem, was man im Internet so gesehen hat? Ist das eher der Leistungsdruck beim ersten Mal, weil man ja das geben will, was die Hengste auf youporn.com so abliefern? Ist da noch Aufregung? Ist es viel einfacher, Mädchen ins Bett zu bekommen, weil man ja heute nicht mehr mit “Sex ist was für später.” stigmatisiert wird und auch Frauen - ok, in dem Fall Mädchen - ja mittlerweile ihren Spaß beim Sex einfordern?

Fragen kann man das ja nicht einfach, weil Rot werden die immernoch sehr schnell und die Frage allein würde einen sicherlich einen Vollbart wachsen lassen und ein langes dunkles Mäntelchen überwerfen lassen…der Schrei “Pädophiler!” ist dann nicht weit…

…als ich hörte, dass es bei meiner Schwester nur eine Umkleidekabine beim Sport gab….ich will endlich 50 sein und gegen die Jugend von heute wettern können, deren größter Fehler darin besteht, dass man nicht mehr dazu gehört.

Verdreckselt

Es gibt da so ein Onlinemagazin, dass gern total kritisch wäre - und sich sehr um die Zuständen in unserem von Unterdrückung, Staatsterror und kommendem Totalitarismus geprägten Land sorgt. Endlich mal jemand mögen einige denken. Noch einer wird anderen dazu einfallen. Aber ich lebe doch garnicht im Iran sollten viele denken. Egal, was man davon hält, es sind nur Topschreiberlinge damit beauftragt, die wahre Natur Deutschlands offenzulegen und als Wachturm - Ähnlichkeit mit den Zeugen Jehovas sind nicht zu verleugnen - über die Grundfreiheiten zu wachen.

In jedem besagten Magazin fand sich nun ein Artikel, den der Fro so gut fand, dass er ihn auf facebook promotete.  Da ich von Natur aus meine Nase in alles reinstecke und quasi der geborene Schwätzer bin, muss ich einfach was dazu sagen - also zum Artikel von Herrn Lessing.

Ich bin gern bereit Herrn Lessing zuzustimmen, dass dieser populistische Aktionismus, mit dem auf eine singuläre Situation mit einem allumfassenden Verbot reagiert wird, nicht nur der Situation Rechnung getragen wird, sondern auch noch der Wert des Gesetzes in Frage gestellt wird. Ganz zu schweigen, dass es eigentlich genug Gesetze gibt und man diese nur anwenden müsste - und der Polizei den Handlungsspielraum lassen müsste, eventuell ihr den Rücken stärken müsste und nicht so grotesk mit der Exekutive umgehen sollte, wie es jüngst hier in Österreich geschah.

Nachdem ich nun den Anlass für Herrn Lessings Text sicher verstehen kann, kommen wir zu Godwins Law - für jemand, der im Onlinebereich schreibt, sollte das kein unbekanntes Gesetz sein.

“Die Grenzen zwischen einem freiheitlichen Rechtsstaat und einer totalitären Staatsform sind fließend.” Irgendwie finde ich diese Prämisse schon sehr fragwürdig. Ich meine diese beiden Formen sind antagonistisch. Entweder sind Gewalten geteilt oder nicht. Entweder es gibt Grundrechte und eine Verfassung, unabhängige Gerichte und dies für jeden oder eben nicht. Aber es klingt so schön, wenn man andeuten kann “Wir driften da langsam hin…” ohne es gesagt zu haben. Dann kann man in zehn Jahren sagen “Das hab ich ja nicht gesagt…” oder eben “Ich hab es euch damals schon zeigen wollen…”.

“Die Auffassung, was immer demokratisch legitimiert ist, entspreche automatischen den universellen Prinzipen von Freiheit und Rechtsstaatlichkeit, ist naiv …” Ich wüsste nicht, dass ein aufgeklärter Bürger diesen Unsinn auch nur ansatzweise vertreten würde. Mal davon ab, woher die “universellen Prinzipien von Freiheit und Rechtsstaatlichkeit” kommen sollen, wenn nicht aus der kleinen Welt des Herrn Lessing, der seine fixen Ideen als die Sonne zu verkaufen sucht, um den sich der Rest, der ja mal nicht weiß, was gut für ihn ist, zu drehen hat.

“Logische Schlussfolgerung dieser falschen Prämisse ist, dass demokratisch legitimiertes staatliches Handeln per se gut sein muss und niemals totalitär werden kann.” Ja, eine dämliche Prämisse aufstellen und dann einen falschen Schluss daraus ziehen - da kann man immer gut bei aussehen. Demokratisch legitimiertes Handeln ist nicht per se gut - es ist per se legitimiert. Damit ist es auch nicht totalitär, denn es ist ja nicht durch willkürliche staatliche Gewalt zustande gekommen, sondern durch die Subjekte, die dieses staatliche Handeln auch betrifft.

“Dass diese Denkweise grundfalsch ist, möge ein einfaches Beispiel zeigen: Wäre Adolf Hitler durch eine saubere demokratische Wahl an die Macht gelangt, wäre sein Handeln kein Stück weniger verwerflich gewesen.” Der Bringer. Damit gewinnt man immer. “Aber Hitler…”…wer kann da noch etwas dagegen sagen. Wäre Hitler demokratisch gewählt worden, dann wäre sein Handeln rechtsstaatlich gewesen - gut ist eine Frage der Interpretation einzelner Handlungen. Das Vermischen von Kategorien scheint ein kleines Hobby von Herrn Lessing zu sein - damit lässt sich so schön Beifall von “total freiheitlichen Geistern” und dem Stammtisch der Weltverbesserer ergattern.

Dieser Text geht nun dahin, dem Staat, der ja total Totalitär ist, zu sagen, was er doch zu tun und zu lassen hat, damit er der fixen Idee des Herrn Lessing entspricht. Quintessenz: Wasch mich, aber mach mich nicht nass. Es ist schon erstaunlich, was “freiheitliche Geister” so von Demokratie halten. Um was es da geht ist das FDP-Problem - eine kleine Gruppe an Leuten, die sich total vernachlässigt vorkommen, obwohl sie doch das Patentrezept für den perfekten Staat in der Tasche haben, meint, dass Mehrheiten ja garnix bedeuten, sondern man sie einfach mal machen lassen sollte. Dann würde alles viel besser und freiheitlicher und überhaupt, was bedeutet es schon, wenn das Volk entscheidet - der Beste soll regieren.

Ich frage mich, ob solche “Ich brauch keinen Staat!”-Menschen nicht mal für vier Wochen das erleben sollten. Ihr Gutshof, ihre Familie, ihr Geld - also selbstgedruckt - und keine staatliche Willkür…und kein staatliches Handeln im Allgemeinen. Also ich würde die Hells Angels mal darauf hinweisen, dass der sich über Besuch immer freut….

Panikinfektion

Es hat jemand geantwortet. Gut, nicht irgendjemand - nein, die zweitbeste Option, die sich mir darbieten konnte, hat geantwortet. Nur ein “prinzipielles Ja”, alles weitere hängt von einem elaborierten Forschungskonzept ab, aber immerhin. Immerhin. Nun hab ich leider so garkeine Ahnung, wie sowas aussieht - aber ich hab jemanden, der sich gut mit einem Dozenten…sagen wir mal versteht. Die Charlotta also - die derzeit an ihrem LSE-Abschluss arbeitet - hat mir mal erklärt, wie sowas aussehen sollte….

…jetzt ist die Panik da. Aber ich setzt mich dran - besseres hab ich ja ohnehin nicht zu tun.